Was kostet eine Wärmepumpe in der Schweiz?
Die Gesamtkosten setzen sich typischerweise aus Gerät, Installation/Peripherie, (ggf.) Erdarbeiten/Bohrung, Elektroarbeiten, Hydraulik/Anpassungen und Planung zusammen. Je nach Gebäudesituation können zusätzliche Posten dazukommen (z. B. Schallschutz, neue Radiatoren, Warmwasserspeicher, Anpassungen am Wärmeverteilsystem).
Kostenübersicht nach Typ (Richtwerte, Einfamilienhaus)
| Typ | Typische Investition (Gerät + Installation) | Typische Besonderheiten | Laufende Kosten (grob) |
|---|---|---|---|
| Luft/Wasser | ca. CHF 45’000–60’000 | keine Bohrung, dafür Aussenaufstellung/Schall, Effizienz abhängig von Aussentemperatur | Betrieb oft im Bereich ~1’200/Jahr (stark objektabhängig) |
| Sole/Wasser (Erdsonde) | häufig höher (Bohrung) | bessere Effizienz/konstantere Quelle, Bewilligung/Bohrung | tendenziell tiefere Energiekosten (bei guter Auslegung) |
| Wasser/Wasser | meist hoch | Grundwasser/Brunnen, Bewilligungen/Abklärungen | effizient, aber stark standortabhängig |
Wichtig: Als Orientierung für die Schweiz werden Wärmepumpen-Gesamtkosten je nach System häufig in einer breiten Spanne genannt (z. B. grob CHF 20’000–45’000 inkl. Installation bei einfacheren Fällen; komplexere Projekte darüber).
Am zuverlässigsten wird’s, wenn Sie 2–3 Offerten auf identischer Basis vergleichen (gleiche Leistung, gleiche Annahmen).
Betriebskosten: Die 30-Sekunden-Formel
Für eine grobe Rechnung reicht:
Stromverbrauch (kWh/Jahr) = Heizwärmebedarf (kWh/Jahr) ÷ JAZ
(JAZ = Jahresarbeitszahl, vereinfacht: “Wie viele kWh Wärme pro 1 kWh Strom?”)
Als Strompreis-Orientierung für 2026 wird für einen typischen Haushalt im Mittel rund 27.7 Rp./kWh genannt (≈ CHF 0.277/kWh).
Beispiel (nur als Rechenlogik):
Heizwärmebedarf 20’000 kWh/Jahr
Luft/Wasser JAZ 3.2 → Strom ≈ 6’250 kWh → Kosten ≈ 6’250 × 0.277 = CHF 1’731/Jahr
Erdsonde JAZ 4.0 → Strom ≈ 5’000 kWh → Kosten ≈ CHF 1’385/Jahr
Dazu kommt Wartung/Service (und ggf. Mess-/Grundgebühren). In Praxisbeispielen werden für Wärmepumpen häufig einige hundert Franken pro Jahr angesetzt.
Welche Förderungen gibt es für Wärmepumpen in der Schweiz?
1) Bund & Kantone: Das Gebäudeprogramm / kantonale Programme
In der Schweiz laufen viele Förderbeiträge über das Zusammenspiel von Bund und Kantonen (Gebäudeprogramm und kantonale Förderprogramme). Grundregel:
Förderbedingungen und Beitragshöhen sind kantonal unterschiedlich
Gesuch meist zwingend vor Baubeginn einreichen
häufig wird eine Energieberatung empfohlen; je nach Kanton kann ein GEAK Plus für gewisse Beiträge relevant sein
Konkrete Beispiele (damit Sie ein Gefühl für Grössenordnungen bekommen):
Kanton Bern (Beispielwerte):
Ersatz durch Luft/Wasser-WP: CHF 6’000 bis 15 kW; darüber CHF 4’500 + CHF 100/kW (Staffelungen).
Ersatz durch Erd-/Wasser-WP: CHF 10’000 bis 15 kW; darüber CHF 4’800 + CHF 360/kW (Staffelungen).
Kanton Aargau (Beispielwerte, über AEW-Übersicht):
Luft/Wasser-WP beim Ersatz von Öl/Gas/Elektro: CHF 3’000 + CHF 60/kWth (bis 70 kW).
Sole/Wasser oder Wasser/Wasser: CHF 6’000 + CHF 180/kWth (bis 70 kW).
Diese Beispiele zeigen: die gleiche Wärmepumpe kann je nach Kanton spürbar anders gefördert werden – deshalb lohnt sich immer der Blick in die kantonale Energie-Stelle bzw. den Förderrechner.
2) EnergieSchweiz: Orientierung, Tools, Rechner
EnergieSchweiz bündelt Infos, Beratung und Tools (z. B. Heizkostenrechner, Entscheidungs-Hilfen) und verweist auf Förderlandschaft.
3) Steuerabzüge: Investition (teilweise) vom steuerbaren Einkommen abziehen
Viele energetische Sanierungen (inkl. Heizung/Ersatz durch Wärmepumpe) sind bei der Bundessteuer und in den meisten Kantonen abzugsfähig – allerdings nur der Teil, den Sie selbst bezahlen; durch Förderbeiträge gedeckte Kosten sind nicht nochmals abziehbar.
Zusätzlicher Hebel: Für Hausbesitzer gelten seit 1. Januar 2020 neue Regeln, wonach nicht ausnutzbare Abzüge auf bis zu drei aufeinanderfolgende Steuerperioden verteilt werden können (unter den jeweiligen Voraussetzungen).
Wie schnell amortisiert sich eine Wärmepumpe?
Die Amortisation hängt vor allem von 5 Dingen ab:
Investitionsdifferenz zur Alternative (z. B. neue Öl-/Gasheizung)
Fördergelder (die die Investition direkt senken)
Heizbedarf (Altbau vs. saniert)
Effizienz (JAZ) und Systemtemperaturen (Vorlauf)
Energiepreise (Strom vs. Öl/Gas)
Rechenbeispiel (EnergieSchweiz-Kostenvergleich, stark vereinfacht)
In einem Beispielvergleich werden über 20 Jahre u. a. folgende Jahreswerte ausgewiesen:
Ölheizung: Total pro Jahr ca. CHF 5’043, davon Energiekosten CHF 3’120 und Betrieb/Unterhalt CHF 550
Luft/Wasser-WP: Total pro Jahr ca. CHF 4’344, davon Energiekosten CHF 1’895 und Betrieb/Unterhalt CHF 300
Erdsonden-WP: Total pro Jahr ca. CHF 4’090, davon Energiekosten CHF 1’516 und Betrieb/Unterhalt CHF 300
Einfacher Payback nur über “laufende Kosten” (Energie + Unterhalt):
Öl: 3’120 + 550 = 3’670/Jahr
Luft/Wasser: 1’895 + 300 = 2’195/Jahr → Ersparnis ~1’475/Jahr
Erdsonde: 1’516 + 300 = 1’816/Jahr → Ersparnis ~1’854/Jahr
Investition (nach angenommener Förderung im Beispiel):
Öl: CHF 23’000
Luft/Wasser: CHF 36’000
Erdsonde: CHF 50’000
Amortisation grob:
Luft/Wasser: Mehrinvestition 13’000 ÷ 1’475 ≈ 8.8 Jahre
Erdsonde: Mehrinvestition 27’000 ÷ 1’854 ≈ 14.6 Jahre
Das ist keine “Garantie”, aber eine gute Grössenordnung: oft irgendwo zwischen ~8 und ~15 Jahren, je nach Objekt und Förderbeiträgen.
Tipps: So rechnen Budget-Bewusste realistischer (ROI/Payback)
Mit Netto-Investition rechnen
Investition minus Förderbeiträge (und bedenken: Förderanteil ist später i. d. R. nicht steuerlich abziehbar).
Strompreis als Bandbreite
Rechnen Sie nicht nur mit einem Wert. Nehmen Sie z. B. 0.22 / 0.28 / 0.35 CHF pro kWh als Szenarien. Als 2026-Orientierung wird im Mittel 27.7 Rp/kWh genannt.
JAZ konservativ ansetzen
Lieber vorsichtig rechnen (z. B. Luft/Wasser im Bestand nicht zu optimistisch), sonst wird die Amortisation “schön gerechnet”.
Heizlast & Wärmeabgabe prüfen
Eine Wärmepumpe ist finanziell dann stark, wenn das System niedrige Vorlauftemperaturen ermöglicht (z. B. Fussbodenheizung oder passende Radiatoren). Das reduziert Betriebskosten – und verkürzt die Amortisation.
Finanzierung: 3 praxistaugliche Wege
Hypothek erhöhen/umfinanzieren (lange Laufzeit, tiefer Zinssatz, passt zu 20-Jahre-Lebensdauer)
Energie-/Sanierungskredit (kürzer, aber oft schnell)
Etappierung + Steuerplanung (Abzüge ggf. über mehrere Perioden nutzen)
